Der Straubinger Kalender

Der Straubinger Kalender – „ältester Heimatkalender Deutschlands“

Das Gäubodenmuseum Straubing widmet sich in seiner Reihe MUSEUMSCHAUFENSTER bis 17. Januar 2021 unter dem Titel „425 Jahre Straubinger Kalender – ältester Heimatkalender Deutschlands“ dem „Straubinger Kalender“, der mit dem Kalender für 2021 sein 425-jähriges Jubiläum feiern kann, wird sein Erscheinen doch auf das Jahr 1597 zurückgeführt. Mehr als ein Drittel dieser Zeit, nämlich seit 1860 trägt das Verlagshaus Attenkofer die Verantwortung für diesen Kalender, der bis heute nicht nur als Zeitweiser dient, sondern auch Lesestoff und Notizheft der vermeintlich „kleinen Leute“ gilt.

Waren es zu Beginn in erster Linie das Kalendarium, astronomische Daten, dann auch Bauernregeln und Wettervorhersagen, wurde der Leseteil mit Geschichten, Gedichten, Anekdoten, Rätseln und Bildern, mit Ratschlägen für Gesundheit, Land- und Hauswirtschaft seit dem 19.jahrhundert immer stärker, so dass der „Straubinger Kalender“ bei einer Auflage von heute 16.000 fast 300 Seiten umfasst und den Namen Straubings über sein Hauptverbreitungsgebiet hinaus - die Regierungsbezirke Oberpfalz, Niederbayern und Oberbayern – in die Welt trägt.

Wenn das Gäubodenmuseum mit Unterstützung des herausgebenden Verlagshauses Attenkofer und befördert durch die Arbeiten von Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn das 425jährige Jubiläum des „Straubinger Kalenders“ in seiner Reihe Museumschaufenster zum Thema macht, so wird hier ein Stück Straubings gewürdigt, das auch Laien ein in Bayern einzigartiges Forum zur Veröffentlichung ihrer, oft in Mundart verfassten, Geschichten, Erzählungen, Gedichte und Sprüche bietet.

Außen- und Innentitel des Straubinger Kalender auf das Jahr 1765. Ältestes in Straubing vorhandenes Exemplar (Gäubodenmuseum Straubing)

Im Straubinger Kalender sind den Tagen und Monaten des Jahres astronomische und astrologische Hinweise sowie Wetterprognosen beigefügt, wie bereits das Januar-Blatt von 1765 belegt. (Gäubodenmuseum Straubing)

Erst im Zuge der Aufklärung und des medizinischen Fortschritts ab dem späten 18. Jahrhundert verschwanden die sogenannten Aderlassmännchen (hier in der Ausgabe von 1765) aus den Kalendern. (Gäubodenmuseum Straubing)

Seit über 160 Jahren wird der Straubinger Kalender vom Verlag Attenkofer herausgegeben. Auch die Jubiläumsausgabe 2021 ist bereits erschienen.